Samstag, 11.03.2017 - 14:00 Uhr

Der Islam und Europa

Im Rahmen von »Eurotopia«: Diskussion mit Rachid Benzine (Islamwissenschaftler, Paris) u. a.
„Seit Anfang der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts – und besonders im Gefolge der islamischen Revolution im Iran – steht der Islam fortwährend im Scheinwerferlicht der internationalen Medien. Doch was genau meint man im großen westlichen Medienkonzert mit „Islam“? Meist geht es um den Islam als eine Religion, die zugunsten irgendeiner Regierung, der aktuellen Politik, einer Revolution oder einer „Kampf-der-Kulturen“-Ideologie instrumentalisiert wird. Nur selten wird der Islam als das gesehen, was er in erster Linie ist: ein Glaube und eine Spiritualität, von denen Millionen und Abermillionen von Menschen unentwegt zehren und durch die sie friedlich und friedliebend zusammenleben. Noch weitaus seltener jedoch nähert man sich dem Islam über seine zeitgenössischen intellektuellen Beiträge. Das Bild des Westens vom Islam und von der islamischen Welt (das auch von vielen Muslimen geteilt wird) ist das einer weitgehend fortschrittsfeindlichen, monolithischen Realität, die unfähig geworden ist, die Kraft zur Erneuerung aufzubringen und sich an neue Bedingungen des menschlichen Daseins anzupassen. Der Islam als spirituelle Realität und noch mehr als sich ständig wandelnde intellektuelle Ressource wird – absichtlich oder aus Unkenntnis – ignoriert.“


2. Themenwochenende: Der Blick von außen
Wenn wir Europa verstehen wollen, müssen wir Außenperspektiven zulassen. Welche Sehnsüchte werden projiziert, welche Feindbilder entdeckt?

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