Samstag, 29.04.2017 - 14:00 Uhr

Warum Europa eine Republik werden muss

Im Rahmen von "Eurotopia" Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Ulrike Guérot und Milo Rau
An unserem letzten Eurotopia-Wochenende wollen wir uns mit „Mythen, Fiktionen, Utopien“ beschäftigen. Dazu haben wir zwei prominente Gäste eingeladen: Die renommierte Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ulrike Guérot und den Theaterregisseur Milo Rau (eingeladen zum Theatertreffen 2017).
Guérot, Gründerin des European Democracy Lab an der European School of Governance in Berlin hat mit ihrer Monographie „Warum Europa eine Republik werden muss“ eine politische Utopie vorgelegt: Alle Bürger haben gleiche politische Rechte. Vernetzt die europäischen Regionen lautet ihre These. Schafft ein gemeinsames republikanisches Dach! Wählt einen europäischen Parlamentarismus, der dem Grundsatz der Gewaltenteilung genügt! 'Res publica' bedeutet Gemeinwohl - daran fehlt es in der EU heute am meisten. Die Idee der Republik ist von Aristoteles bis Kant das normale Verfassungsprinzip für politische Gemeinwesen. Wenden wir es doch einmal auf Europa an. Bauen wir Europa neu, damit sich die Geschichte der Nationalismen nicht wiederholt. Damit Europa in der Welt von morgen nicht untergeht, sondern zur Avantgarde auf dem Weg in eine Weltbürgerunion wird.
Der Regisseur und Autor Milo Rau, Gründer des International Institute of Political Murder erzählt eine andere Geschichte über Europa: Die eines vielfach zerrissenen Kontinents. Er hat für „EUROTOPIA“ eine Verdichtung seiner „Europa Trilogie“ vorgenommen. Entstanden ist eine Video-Installation über Revolte, politisches Engagement, Flucht, Heimat, Verlust und Neuanfang.

Die Utopistin trifft auf den Kritiker, die Hoffnungsträgerin auf den Skeptiker, die Wissenschaftlerin auf den Künstler: Ulrike Guérot und Milo Rau werden den Thementag mit einem Streitgespräch eröffnen, im Anschluss hören wir einen Impulsvortrag Ulrike Guérot.