Freitag, 21.04.2017 - 19:30 Uhr

Jerusalem - letzte Vorstellung

Oper von Giuseppe Verdi
Einführung eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Mit Unterstützung der ExcellenceInitiative der TheaterFreunde Freiburg


Vor der geschichtsträchtigen Folie des ersten Kreuzzuges und der Eroberung Jerusalems im Jahre 1099 entfaltet Verdi 1847 in seinem ersten Auftragswerk für die Pariser Grand Opéra ein packendes Drama, das die politischen und religiösen Kämpfe mit heftigen familiären Auseinandersetzungen konterkariert. Hart an der Grenze des Inzests begehrt hier der Onkel seine Nichte. Das führt nicht nur zu panisch unterdrückter Leidenschaft, sondern bedingt rasende Eifersucht, Rachegedanken und Gewaltausbrüche. Familienstrukturen spiegeln die große Politik wider. Oder sind sie vielmehr Erklärungsmuster für die Gefahren verhärteter Herrschafts- und damit auch Religionsansprüche? Es gibt kein Gut und Böse, das sich in eindeutige Machtblöcke teilen ließe, jedem Einzelnen selbst ist dieser Widerstreit eingeschrieben. Der gloriose Sieg des Abendlandes über den Orient decouvriert sich als ein Pseudo-Happy End, das menschliche Abgründe und Verzweiflung nur kurzfristig zu vertuschen vermag. Dauerhafte Befriedung: Bleibt sie stets nur Utopie? Verdi legte zeit seines Lebens den Finger mahnend in diese Wunde.

With the historic backdrop of the first crusades and the conquering of Jerusalem in the year 1099, Verdi unfolds his first commissioned work for the Paris Grand Opéra in 1847; it is an exciting drama that counteracts the political and religious battles with tough family conflicts. The occident’s glorious victory over the orient is unveiled as a pseudo-happy end that is only able to conceal the human abysses and desperation for a short time. Permanent peace: does it remain but a utopia? Over the course of his life, Verdi constantly pushed his finger into this wound.

Die in der Produktion verwendeten Rettungswesten stellten uns Fred George und Andrew Wakeford zur Verfügung, die als Künstler und Fotojournalisten mit ihrem Projekt in der Saarbrückener Johanniskirche „A Bridge for Humanity. A Wall of Life Jackets and Their Stories“ eine Spendeninitiative ins Leben gerufen haben, die für die NGO Odyssea (www.odyssea.org.gr) und ihre Flüchtlingsarbeit in Griechenland einsetzt. Nähere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie hier!
Infos zu der Kunst-Installation unter: www.lifejacketproject.org 

  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Philharmonisches Orchester Freiburg
Opernchor des Theater Freiburg
Extrachor des Theater Freiburg
Studierende der Hochschule für Musik Freiburg