Olga de Soto

Olga de Soto, geboren in Spanien, lebt und arbeitet in Brüssel. Nachdem sie an der High School of Music and Dance und dem Royal Conservatory in Valenzia und Madrid klassischen und zeitgenössischen Tanz sowie Musiktheorie lernte, studierte sie am renommierten Centre National Danse Contemporaine in Angers / Frankreich.Als Tänzerin arbeitete sie mit Michèle Anne de Mey, Pierre Droulers, Felix Ruckert, Meg Stuart, Boris Charmatz und Jérôme Bel zusammen, mit dem sie über fünf Jahre als Assistentin und Performerin für ››The Show Must Go On‹‹ durch zahlreiche Länder in der ganzen Welt tourte.

Ihre eigene choreografische Arbeit begann sie 1992 mit dem Solo ››Patios‹‹ auf dem Festival des Brigittines in Brüssel. Zu ihren Arbeiten zählen: ››I believe that if I act... (...upon the dimension of time it will be difficult to find myself at the place where I am expected to be)‹‹ (Bergen Internasjonale Teater, Bergen, 1993), ››Winnsboro Cotton Mill Blues‹‹ (CDC de Toulouse, 1996), ››Murmures‹‹ (Festival de la Nouvelle Danse d'Uzès, 1997), ››Strumentale‹‹ (Teatro Nacional de las Artes, Mexico DF, 1997), ››Seuls bruits des corps entre eux‹‹ (Théâtre de la Balsamine, Brussels, 1997), ››Paumes‹‹ (Théâtre de la Balsamine, Brussels, 1997), ››Par une main ou par le vent mais l'air est immobile and anarborescences‹‹ (Théâtre de la Cité Internationale, Paris, 1999), ››Éclats mats‹‹ (Centre Pompidou, Paris, 2001), ››histoire(s) ‹‹ (Kunstenfestivaldesarts, Brussels, 2004), ››INCORPORER‹‹ (Centre Pompidou - Paris, 2004), ››INCORPORER ce qui reste‹‹ (CCN de Franche-Comté, Belfort, 2006), ››INCORPORER ce qui reste ici au cœur‹‹ (Biennale Charleroi/Danses, Brussels, 2007), ››INCORPORER ce qui reste ici au dans mon cœur‹‹ (Centre Pompidou, Paris, 2009), die dokumentarische Performance ››An Introduction‹‹ (Festival Tanz Im August, Berlin, 2010), die performative Installation ››Sous-clé‹‹ (Kunstenfestivaldesarts, 2010), ››Débords / Reflections on The Green Table‹‹ (Festival Latitudes, Brussels and Festival d'Automne, Paris, 2012), ››She Retains‹‹ (Biennale de Charleroi, Brussels, 2015). 

Zwischen 1999 und 2005 arbeitete Olga de Soto zusammen mit IRCAM - Institut de Recherche et Coordination Accoustique/Musique in Paris zusammen. Hier widmete sie sich dem Dialog zwischen Tanz und der Analyse von zeitgenössischen Musikkompositionen von u.a. Salvatore Sciarrino, Michael Jarrell, Kaija Saariaho, Stefano Scodanibbio, Frederic Rzewski und Denis Pousseur. In ihren Arbeiten untersucht Olga Phänomene rund um den Themenkomplex Erinnerung, Implikationen von Live Art, ihre Nützlichkeit sowie deren überzeitliche Qualität, welche sich entlang zweier Leitlinien entfalten: Die erste erforscht den Körper als Erinnerungsapparat; die zweite konzentriert sich auf die perzeptiven, d.h. die Wahrnehmung betreffenden, Erinnerungen sowohl publikumsseits als auch von Seiten der Tänzer*innen. 

Seit 2001 widmet sich Olga de Soto künstlerischen Projekten, die eng mit langen Recherchephasen verbunden sind, insofern sie auf einer wichtigen dokumentarischen Arbeit basieren, innerhalb derer der Choreograf mit untypischen Zeitlichkeiten außerhalb der üblichen Produktionsbedingungen arbeitet. Ihre letzten Arbeiten spielen mit der Porosität zwischen dem installativen und performativen Ausdruck. Ihre Arbeiten legen darüber hinaus die enge Verbindung zwischen Kunst-, sozialer und politischer Geschichte sowie persönlichen Erinnerungen offen. 

Olga de Soto hat bei diversen spanischen und französischen Publikationsprojekten mitgearbeitet (Escena Magazine, Repères de Danse, NDD...). Von 2009 bis 2012 war sie assoziierte Künstlerin am Les Halles in Brüssel, an dem sie über drei Jahre ihr Atelier du Regard für Zuschauer*innen leitete. Sie nahm eine verwaltende Residenz am La Raffinerie ̶ Charleroi Danses / Centre Chorégraphique de la Fédération Wallonie-Bruxelles in Brüssel auf. Olga de Soto wurde regelmäßig als Workshopleiterin und Kollaborateurin von Konferenzen eingeladen, bei denen sie ihre Recherche-Methoden und ihre Dokumentationsarbeit teilte: 2e Biennale Tanzausbildung / Folkwang Universtität Essen (DE), CNDC in Angers (FR), Universität Lyon (FR), Universität Bern / Symposium "Original und Revival" (CH), MOV_S / Museo Centro de Arte Reina Sofía - Madrid (ES), La Cambre - Brussels (BE), 3e Biennale Tanzausbildung / Hochschule für Musik und Darstellende Kunst - Frankfurt (DE), Symposium "Performing the archive" / Dansens Hus - Stockholm (SE), Director of National Seminar PREAC 2014 ̶ Pôle Resources pour l'Education Artistique et Culturelle - Montpellier (FR), Hochschule für Musik und Tanz Köln - Köln (DE), CNRS ̶ Centre National pour la Recherche Scientifique - Paris (FR), International Symosium ››Processus de création et archives du spectacle vivant : manque de traces ou risque d'inflation mémorielle‹‹ / University of Rennes II (in collaboration with University of Montréal and University of Lille 3) - Rennes (FR), University Stendhal - Grenoble (FR), Centro Nacional de las Artes - San Luís Potosí (Mexico), Symosium "Quand l'image agît à partir de l'action photographique" / Université Paris 8, in collaboration with Université Paris 1 - Panthéon Sorbonne und MAC-VAL (Musée d'Art Contemporain de Val-de-Marne (FR).

Olgas Arbeiten wurden u.a. in Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Holland, Deutschland, Österreich, Norwegen, Schweden, Finnland, Tschechien, Polen, der Türkei, Ungarn, Mexiko und Brasilien gezeigt. 2013 wurde Olga de Soto in der Kategorie Performing Arts der SACD Preis 2013 für ihr Lebenswerk und ihre Recherche-Arbeit in Bezug auf die Tanz-Historie geehrt.

In der Spielzeit 16/17 ist Olga assoziierte Künstlerin bei   ››DEPOT ERBE – Ein TANZFONDS ERBE Projekt‹‹   welches das Theater Freiburg in Kooperation mit dem Museum für Neue Kunst (MNK) vom 25. März bis 1. Mai 2017 im MNK präsentiert.