Joanne Leighton

25.3.-1.5.17
The Songline

Für ihre Museumsinstallation benutzt die belgischaustralische Choreografin Joanne Leighton das Salz, mit dem der Bühnenboden ihrer 2016 im Theater
Freiburg aufgeführten Choreografie »9000 Steps« ausgelegt war. Das Salz, indem es fürs Museum erneut verwendet wird, ist das Gedächtnis jener damaligen Aufführung: Auf dem begehbaren Salzboden des Museums schreiben sich weitere Spuren ein und es bilden sich neue Pfade. Jene Traumpfade, so Joanne Leighton, die in der australischen Kultur der Aborigines für die Wege stehen, die das Land unsichtbar durchkreuzen. Die Aborigines nennen sie die »Fußspuren der Vorfahren«, jener mythischen Figuren, die den Kontinent einst durchwanderten und die Entstehung der Welt herbei sangen. Die Aborigines nutzen nicht die Schrift, sondern das Gehen, den Tanz und den Gesang als Mittel der Dokumentation, der Kartografie und der kulturellen Weitergabe. Mit ihrer begehbaren Salzinstallation greift Joanne Leighton auf das Gehen als jene erzählende Tätigkeit zurück und befragt zugleich unsere heutigen, sowohl analogen wie virtuellen Formen der Informationsweitergabe.