Exit

Koproduktion Theater Freiburg // Antonia Baehr // Unberechenbare Körper V // 16. und 17.05.2018 // Kleines Haus

EXIT ist ein Solo mit Geistern für einen nackten Trans-Körper und die vorgefundene „Lichtregie“ der exit lights diverser Theaterarchitekturen. Als objet trouvé des Theaters sind die exit lights nicht nur ein institutioneller Marker, den wir wie den blinden Fleck im Zentrum unseres Sehens zu ignorieren und mit einer lückenlosen Kunstillusion zu überschreiben gelernt haben. Sie bilden das Skelett von Sicherheitschoreografien, die in Zeiten der Radikalisierung und zivilgesellschaftlichen Verunsicherung immer monumentaler und dabei hilfloser ausfallen. Was hat ein queerer Körper, der Identitäten spukhaft wechselt und verwechselt, ihren in Zeiten von Grexit, Brexit und anderen Institutionalisierungen des Ein- und Ausschlusses um sich greifenden binären Ordnungsrastern entgegenzusetzen? Er reibt sich in Worten, Tänzen, Gesängen an jenem visuellen „Störgeräusch“, das künstlerisches Handeln im Theater immer schon in die Schranken weist und wird zum Durchgangsort gestriger und heutiger Notausgangs-Ideologen oder -Exorzisten: Womöglich brüllt General Valeska Gert einen Beauftragten nationaler Sicherheit in Grund und Boden.

EXIT ist ein Spiel mit dem Potenzial eines ungehorsamen Begehrens, das Piktogramm einer Welt der Kästchen und Pfeile traumtänzerisch zu überschreiben und (vielleicht) zu überschreiten, während der Schmelzprozess einer mit Schokolade überzogenen Glühbirne bittersüß reglementiert, wann im Lauf des Abends mehr Nacktheit zu sehen ist.

EXIT ist ein Solo mit Geistern für einen nackten Trans-Körper und die vorgefundene „Lichtregie“ der exit lights diverser Theaterarchitekturen. Als objet trouvé des Theaters sind die exit lights nicht nur ein institutioneller Marker, den wir wie den blinden Fleck im Zentrum unseres Sehens zu ignorieren und mit einer lückenlosen Kunstillusion zu überschreiben gelernt haben. Sie bilden das Skelett von Sicherheitschoreografien, die in Zeiten der Radikalisierung und zivilgesellschaftlichen Verunsicherung immer monumentaler und dabei hilfloser ausfallen. Was hat ein queerer Körper, der Identitäten spukhaft wechselt und verwechselt, ihren in Zeiten von Grexit, Brexit und anderen Institutionalisierungen des Ein- und Ausschlusses um sich greifenden binären Ordnungsrastern entgegenzusetzen? Er reibt sich in Worten, Tänzen, Gesängen an jenem visuellen „Störgeräusch“, das künstlerisches Handeln im Theater immer schon in die Schranken weist und wird zum Durchgangsort gestriger und heutiger Notausgangs

Mitwirkende

Konzept, Performance Antonia Baehr Mit Antonia Baehr Organisation Alexandra Wellensiek

English

EXIT is a Solo piece with ghosts for a naked trans-body and the found ‘lighting design’ of the exit lights of different theatre architectures. The exit lights as theatrical objet trouvé, are not just an institutional marker which we teach ourselves to ignore like a blind spot at the centre of our vision, overriding it to complete the art illusion. They form the skeleton of safety choreographies, which in these times of radicalisation and civil unease are becoming more and more monumental and helpless. What can a queer body, one that spookily changes and confounds identities, do to oppose today’s binary constraints which encompass it? In words, dances, songs it rubs up against this visual ‘noise’ in which artistic activity is always placed in the theatre and becomes the passageway of yesterday’s and today’s emergency exit ideologists or exorcists: Was General Gert Valeska crying out for a national security commission of land.

EXIT plays with the potential of a disobedient desire that could (perhaps) overthrow the pictogram world of boxes and arrows in a visionary dance, regulated in a bitter-sweet way by the melting of chocolate over a light bulb as during the course of the evening the phallic female or buxom male body must leave the question as to what he or she ‘really’ is, unanswered.

Pressestimmen

„Fakten, ja, aber schnell und leichthändig hinaufgehoben in die Sphäre der Kunst: Baehr zieht für diese Lecture Performance, die der Mousonturm unter anderem mit dem Theater Freiburg koproduziert hat, an dem die Frau des Mousonturm-Intendanten Matthias Pees, Adriana Almeida Pees, seit dieser Spielzeit die Tanzsparte leitet, alle Register ihres Könnens, das sie, stimmlich, körperlich und vor allem konzeptionell, in einem bescheiden wirkenden Format souverän und lustvoll ausbreitet."
(Eva-Maria Magel, FAZ, 10.02.2018)
Zur vollständigen Rezension geht es hier

Eine Produktion von make up productions in Koproduktion mit Theater Freiburg, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, HAU Hebbel am Ufer Berlin. Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Koproduktionsförderung Tanz und Gastspielförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder.