• THE FOLLY // Michael Borth / Anja Jung // Foto: Britt Schilling

    THE FOLLY //

    Michael Borth / Anja Jung //

  • THE FOLLY // Michael Borth / Inga Schäfer / John Carpenter / Opernchor des Theater Freiburg // Foto: Britt Schilling

    THE FOLLY //

    Michael Borth / Inga Schäfer / John Carpenter / Opernchor des Theater Freiburg //

  • THE FOLLY // Roberto Gionfriddo / Kinder- und Jugendchor des Theater Freiburg // Foto: Britt Schilling

    THE FOLLY //

    Roberto Gionfriddo / Kinder- und Jugendchor des Theater Freiburg //

  • THE FOLLY // Zvi Emanuel-Marial / Opernchorn- und Extrachor des Theater Freiburg / Philharmonisches Orchester Freiburg // Foto: Britt Schilling

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    Zvi Emanuel-Marial / Opernchorn- und Extrachor des Theater Freiburg / Philharmonisches Orchester Freiburg //

  • THE FOLLY // Zvi Emanuel-Marial // Foto: Britt Schilling

    THE FOLLY //

    Zvi Emanuel-Marial //

  • THE FOLLY // Michael Borth // Foto: Britt Schilling

    THE FOLLY //

    Michael Borth //

  • THE FOLLY // Michael Borth / Anja Jung // Foto: Britt Schilling

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    Michael Borth / Anja Jung //

  • THE FOLLY // Jin Seok Lee / Michael Borth // Foto: Britt Schilling

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    Jin Seok Lee / Michael Borth //

  • THE FOLLY // Opernchor des Theater Freiburg // Foto: Britt Schilling

    THE FOLLY //

    Opernchor des Theater Freiburg //

  • THE FOLLY // ohn Carpenter / Opern- und Extrachor des Theater Freiburg // Foto: Britt Schilling

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    ohn Carpenter / Opern- und Extrachor des Theater Freiburg //

  • THE FOLLY // Inga Schäfer // Foto: Britt Schilling

    THE FOLLY //

    Inga Schäfer //

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The Folly

Fabrice Bollon // Clemens Bechtel // Uraufführung // mehrsprachig mit deutschen Übertiteln // Großes Haus

Die Torheit – die titelgebende Folly – lobt sich selbst als Ursprung allen Lebens. Nur wer Dummes tut, bringt die Welt voran, dies ist täglich zu sehen unter den Intellektuellen, in der Politik und vor allem in der Kirche. Auch katholische Mönche kritisieren die Kirche, denn ein Papst nach dem anderen lebt wie ein Kaiser, lässt den Neubau des Petersdoms durch Ablasshandel finanzieren, führt Eroberungskriege und betreibt Vetternwirtschaft mit Ämtern und Besitztümern. Von Buße und dem Studium der Heiligen Schrift keine Spur. Zwei Männer prangern diese Missstände besonders öffentlichkeitswirksam an: Erasmus von Rotterdam und Martin Luther. Wie positioniert sich der ehrwürdige, bedachte, so oft zu Frieden mahnende Erasmus im Konflikt der Kirche mit dem jüngeren und vor keiner Drastik zurückschreckenden Luther? Erasmus verweigert eine eindeutige Stellungnahme.

Gegner und Förderer Luthers versuchen erfolglos, den geachtetsten aller Humanisten Europas auf ihre Seite zu ziehen. Erasmus will in diesem Schauspiel Beobachter bleiben und fürchtet, was wenig später geschieht. Die Spannungen schüren blutige Gewalt. Die einzige, die Erasmus auf den Boden der Tatsachen zurückholt, ist seine Haushälterin Margarethe Büsslin. Sie tritt ihm mit ihrer Skepsis dem neuen Medium Buch und dem ganz alltäglichen Leben entgegen.

Nach OSKAR UND DIE DAME IN ROSA dreht sich in der zweiten Musiktheater-Uraufführung von Fabrice Bollon und Clemens Bechtel alles um die Frage: Wann verliert Unparteilichkeit ihre Berechtigung? Das Werk vereint unter der Leitung des Komponisten Choralgesänge mit rhetorischem Schlagabtausch, überirdische Sphären mit staubiger Schreibstubenluft und serviert dazu einen leckeren Teller Kohlsuppe. Erweitert wird das Philharmonische Orchester durch Keyboard, Drumset, E-Geige und E-Cello.

Die Torheit – die titelgebende Folly – lobt sich selbst als Ursprung allen Lebens. Nur wer Dummes tut, bringt die Welt voran, dies ist täglich zu sehen unter den Intellektuellen, in der Politik und vor allem in der Kirche. Auch katholische Mönche kritisieren die Kirche, denn ein Papst nach dem anderen lebt wie ein Kaiser, lässt den Neubau des Petersdoms durch Ablasshandel finanzieren, führt Eroberungskriege und betreibt Vetternwirtschaft mit Ämtern und Besitztümern. Von Buße und dem Studium der Heiligen Schrift keine Spur. Zwei Männer prangern diese Missstände besonders öffentlichkeitswirksam an: Erasmus von Rotterdam und Martin Luther. Wie positioniert sich der ehrwürdige, bedachte, so oft zu Frieden mahnende Erasmus im Konflikt der Kirche mit dem jüngeren und vor keiner Drastik zurückschreckenden Luther? Erasmus verweigert eine eindeutige Stellungnahme.

Gegner und Förderer Luthers versuchen erfolglos, den geachtetsten aller Humanisten Europas auf ihre Seite zu ziehen. Erasmus will in

Abendbesetzung

Musikalische Leitung Fabrice Bollon Regie Clemens Bechtel Bühne Stefan Heyne Kostüme Tanja Liebermann Licht Michael Philipp Chordirektor Norbert Kleinschmidt Leitung Kinder- und Jugendchor Martin Frey Mit Michael Borth (Erasmus von Rotterdam), Zvi Emanuel-Marial (Stultitia / Julius der Zweite / The Folly), John Carpenter (Petrus / Da Bibbiena), Anja Jung (Margarethe Büsslin), Alma Unseld (Ein Knabe), Inga Schäfer (Ulrich von Hutten), Roberto Gionfriddo (Martin Luther), Jin Seok Lee (Papst Hadrian / Deutscher Gesandter), Jung-Nam Yoo (Priester), James Turcotte (Priester), Jörg Golombek (Priester), Margarete Nüßlein (Begleiterin der Folly), Melissa Serluco (Begleiterin der Folly), Charis Peden (Begleiterin der Folly), Yeonjo Choi (Begleiter der Folly), Jae Seung Yu (Begleiter der Folly), Agostina Migoni (Eine Mutter), Stavros-Christos Nikolaou (Ein Priester-Vater / Vorsänger), Christiane Klier (Eine Nonne), Philharmonisches Orchester Freiburg, Opernchor des Theater Freiburg, Extrachor des Theater Freiburg, Kinder- und Jugendchor des Theater Freiburg, Statisterie des Theater Freiburg

Pressestimmen

THE FOLLY ist nicht zuletzt eine unterhaltsame Oper, in der auf hohem Niveau die Frage des Dazwischen verhandelt wird. … Man tut gut daran, hier klar zwischen Parteilichkeit und Überzeugung zu differenzieren. Ein Umstand, der diese Oper so brisant und aktuell macht. Und so gut. … Fabrice Bollon, dem scheidenden Freiburger Generalmusikdirektor, ist mit THE FOLLY eine zeitgenössische Oper gelungen, die Anspruch und Publikumswirksamkeit vereint. Drumset, E-Violoncello und E-Violine entführen in eine rhythmisch expressive, popmoderne Schattenwelt mit mancher Überraschung. Bollons Stil ergibt sich … gerade aus seiner stilistischen Offenheit. Minimal Music, Unterhaltungsmusik, Schwebeklänge – und in diesem Falle viele Links zur Musik der Renaissance und zu modaler Kirchenmusik: All das mixt und sampelt sich unentwegt, aber keineswegs hypermotorisch. In den leisen Momenten, zum Beispiel den inneren Monologen des Erasmus oder gegen Ende, hat die Oper enormen Zug. Harmonisch endet sie im Dauerschwebezustand – Symbol für Erasmus’ Haltung. Der Komponist am Pult des konzentriert, differenziert und engagiert spielenden Philharmonischen Orchesters hat für diese Uraufführung auch ein großartiges Vokalensemble. Michael Borth verleiht dem Erasmus mit seinem fein artikulierenden lyrischen Bariton ein Höchstmaß an Zwischentönen. Roberto Gionfriddo, mittlerweile im Baritonfach, gibt als hitziger Luther den idealen Kontrapunkt hierzu. Auch Zvi Emanuel-Marial in der Titelpartie und als Julius II. glänzt mit der Leichtigkeit seines beweglichen Countertenors. (Alexander Dick, Badische Zeitung, 22.05.2022)) Zur vollständigen Rezension geht es hier

Ein Auftragswerk des Theater Freiburg mit freundlicher Unterstützung der Erzbischof Hermann Stiftung der Erzdiözese Freiburg und der Sparkasse Freiburg.