ZU GAST

07/11/2019 // Dr. David Ranan: Wie redet Deutschland mit den Juden!?

Vortrag von Dr. David Ranan und Gespräch mit Prof. Dr. Reiner Marquard

Erschreckenderweise begegnen uns erneut Formen des Antisemitismus im Alltag, in den Medien und der Politik. Deshalb ist es wichtig, das Phänomen eines erstarkenden Antisemitismus in unserer Gesellschaft ernst zu nehmen, nach dessen Gründe und Ursachen zu forschen, um so rassistisches Gedankengut zu entkräften und etwas dagegen setzen zu können. In seinem Vortrag am Theater untersucht der Kultur- und Politikwissenschaftler Dr. David Ranan, wie mit Antisemitismus und Israelkritik in Deutschland umgegangen wird. Was ist antijüdisch? Was ist antiisraelisch? Und wo beginnt Antisemitismus? In dieser höchst emotional geführten Debatte vermengen sich in Deutschland die eigene Geschichte und die aktuelle politische Situation. Diesem Umgang der deutschen Politik und Gesellschaft zu jüdischen Themen geht der Referent in seinem Vortrag nach.

Dr. David Ranan ist gebürtiger Israeli und stammt aus einer deutsch-jüdischen Familie, die vor dem Nationalsozialismus in Deutschland geflohen ist. Er lebt und arbeitet heute als Autor in Berlin und London. Seine Bücher über junge Israelis in der Armee und das Leben junger Juden in Deutschland fanden große Beachtung. Sein jüngstes Buch über muslimischen Antisemitismus wurde in den Medien viel diskutiert.

Den Vortrag wird ein Gespräch mit Prof. Dr. Reiner Marquard, Honorarprofessor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Rektor a.D. Evangelische Hochschule Freiburg, abrunden.

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08/11/2019 // Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe

Monolog von Peter Hacks mit Barbara Schnitzler

Mit dem Titel verweist Peter Hacks auf die besondere Grundsituation des Stücks: Das Gespräch setzt unmittelbar nach Goethes verheimlichter Flucht nach Italien 1786 ein; es ist ein Monolog, Monodrama genannt, den der Autor raffiniert- verspielt mit einer doppelten Dialogstrategie verbindet:
CHARLOTTE von Stein wendet sich zum einen an ihren Mann, eine „stumme“ Figur auf der Bühne, zum anderen direkt und unmissverständlich an das Publikum im Theater. Charlotte, die Hofdame, versucht nach beiden Seiten ihre zehn Jahre dauernde, jetzt plötzlich abgebrochene intensive Beziehung zu Goethe zu rechtfertigen. Für die „Beklagte“ wird das Schauspiel zum Verteidigungsstück, ja durch die Briefe und Akten zum Gerichtsdrama. Für das Publikum bleiben die Argumentations- und Beweisversuche Charlottes über die fünf Teile des Stücks (nach der Manier des klassischen Dramas) spannend bis zum Finale. Hacks gelingt damit ein dramaturgischer Glücksgriff für ein Einpersonenstück, in dem eine herkömmliche Handlung gar nicht stattfinden kann. Stattdessen erleben wir im Theater eine literaturgeschichtlich und gattungsgeschichtlich hochinteressante Entwicklungsgeschichte von Goethes Genialität und Einzigartigkeit als Dreh- und Angelpunkt aller zugleich tragisch und komisch gemeinten Gedankenspiele.

Die Uraufführung des Stückes 1976 in Dresden und eine weitere Aufführung 1976 in Berlin wurden zu umjubelten Erfolgen, die sich im Westen fortsetzten. Friedrich Luft schrieb: „Eine Bombenrolle für eine resolute Schauspielerin“(Die Welt, 18.10.1976), Etwa 170 Inszenierungen an deutschsprachigen Bühnen folgten, in 21 Ländern wurden weitere Aufführungen gezeigt.

BARBARA SCHNITZLER, in Berlin geboren, erhielt ihre Ausbildung an der heutigen Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. Seit 1977 gehört sie zum Ensemble des Deutschen Theaters Berlin. An diesem Haus übernahm sie Rollen u.a. in Die Ratten und Einsame Menschen von Gerhart Hauptmann, Das Käthchen von Heilbronn von Heinrich von Kleist, die Antikencollage Ödipus. Stadt mit Teilen der Stücke von Aischylos/ Sophokles/ Euripides, die Titelrolle in Die bitteren Tränen der Petra von Kant von Rainer Fassbinder, zuletzt Rollen in Goethes Iphigenie und Schillers Don Karlos.Sie arbeitete unter anderem mit den Regisseuren Michael Thalheimer, Tilman Köhler, Stephan Kimmig, Wolfgang Engel, Robert Wilson, Friedo Solter, Thomas Langhoff, Johanna Schall, Jette Steckel und Brit Bartkowiak. Ein reiches Repertoire eigener Lesungen hat sich Barbara Schnitzler erarbeitet: Von Friedrich Schiller über Ingeborg Bachmann, Virginia Woolf, Arthur Schnitzler bis Rainer Maria Rilke. Darüber hinaus arbeitet sie kontinuierlich für Film(aktuell im Film Und der Zukunft zugewandt) /Funk/ Fernsehen und als Synchronsprecherin. Frau Schnitzler ist Tochter der Schauspielerin Inge Keller und hat zwei Töchter, die ebenfalls Schauspielerinnen sind.

Im Anschluss an die Aufführung findet ein Publikumsgespräch mit Barbara Schnitzler statt.
Moderation: Prof. Dr . Rudolf Denk, Pädagogische Hochschule Freiburg.

Das Studium generale der Universität Freiburg in Kooperation mit dem Theater Freiburg, der Goethe-Gesellschaft Freiburg und dem Deutschen Seminar der Universität Freiburg.

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09/10 & 10/11/19 // DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN

'Erzähl mir irgendwas!' - Dieser oft gehörte kindliche Befehl scheint unmöglich erfüllbar zu sein.
Es sei denn, man kennt das alte russische Märchen: 'Geh, ich-weiß-nicht-wohin und bring mir ich-weiß-nicht-was.'
Dieses Märchen voller Märchen erzählen Maria Thorgevsky und Dan Wiener aus dem Nichts. 'Erzählen' ist nur vielleicht das falsche Wort. Sie springen in die Geschichte hinein und wieder heraus, wechseln die Rollen, spielen, tanzen, erzählen.

Aus dem Nichts entstehen und verschwinden Figuren, Paläste, Schiffe und Geister. Die Mittel sind minimal, die Phantasie und Vorstellungskraft dafür umso grösser – ein echtes Kinderspiel. Dabei scheinen sie sich gegenseitig zu überraschen mit den immer neuen Wendungen, die das Märchen nimmt. Es ist ein Spiel von zwei Schauspielern, die sich in- und auswendig kennen und Spaß haben daran, sich gegenseitig in Schwierigkeiten zu bringen.
Maria Thorgevsky hat ihr Handwerk in Leningrad gelernt, Dan Wiener in Zürich. Gemeinsam haben sie auf großen und kleinen Bühnen gespielt, Preise gewonnen und in diesen 30 Jahren die Lust am Spielen nicht verloren. Im Gegenteil. «Spiel mir irgendwas!» Und los geht’s!

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10/11/2019 // Grand Tour - Eine Reise durch die junge Lyrik Europas

Mit Paul Batchelor, Colette Bryce, Frances Leviston, Annette Pehnt und Jan Wagner

Die Poesie lebt – doch die ungeheure Vielfalt der Dichter_innen aller Sprachen der Länder von Albanien bis Zypern ist nahezu unbekannt. Nun laden die Herausgeber Federico Italiano und Jan Wagner zu einer „Grand Tour“ (Hanser Verlag, 2019): Die REISE DURCH DIE JUNGE LYRIK EUROPAS versammelt über 700 Gedichte von 450 Autor*innen in 47 Sprachen – mit einer Übersetzung ins Deutsche. Im Vorwort heißt es:

„Und während in der politischen Realität das große gemeinsame Projekt in Frage gestellt wird, die Vielfalt in Verruf gerät, die Grenzen erneut sichtbar werden, nach Trennungen geradezu verlangt wird und, wo in Europa man auch hinschaut, nationalistische und separatistische Strömungen an Zulauf und an Einfluss zu gewinnen scheinen – vielleicht könnte es da keinen besseren Augenblick für eine Anthologie geben, die ein Europa der Lyrik vorstellen möchte.“

Zum Finale des 33. Freiburger Literaturgesprächs erklingt das Vereinten Königreich als großer poetischer Kosmos. Mit Paul Batchelor (England), Colette Bryce (Nordirland) und Frances Leviston (Schottland) treffen drei ausgezeichnete lyrische Stimmen aufeinander. Durch den Vormittag leiten der Büchner-Preisträger und Herausgeber Jan Wagner und die Schriftstellerin und Literaturgespräch-Moderatorin Annette Pehnt.

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21/11/2019 // Robert Habeck - WER WIR SEIN KÖNNEN

Klug, leidenschaftlich und anschaulich geht Grünen-Chef Robert Habeck in seinem neuen Buch dem Zusammenhang von Sprache und Politik nach, erkundet den Unterschied zwischen totalitärer und offener Sprache – und skizziert damit eine Poetik des demokratischen Sprechens, die Mut macht, sich einzumischen und für unsere Demokratie einzustehen.

„Asyltourismus“, „Überfremdung“, „Gesinnungsdiktatur“, „Hypermoral“, „Volksverrat“ – viel ist in den letzten Monaten über die Sprachverrohung in der Politik gesprochen worden. Nach einer langen Zeit, die eher von politischer Sprachlosigkeit geprägt war, ist nun eine Zeit des politischen Brüllens und Niedermachens angebrochen – nicht nur von Seiten der AfD. Doch was passiert da eigentlich genau? Wo verläuft die Grenze zwischen konstruktivem demokratischem Streit und einer Sprache, die das Gespräch zerstört, die ausgrenzt, entmenschlicht? Und ist das alles nur eine Frage des mangelnden Stils?

Mit viel Leidenschaft erinnert Robert Habeck in „Wer wir sein könnten“ daran, dass die Frage, wie wir sprechen, entscheidend ist für die Gestaltungskraft unserer Demokratie. Dass Sprache – nicht nur in der Politik – den Unterschied macht. Und er entwirft die Skizze eines politischen Sprechens, das offen und vielfältig genug ist, um Menschen in all ihrer Verschiedenheit zusammenzubringen und in ein Gespräch darüber zu verwickeln, wer wir sein könnten, wer wir sein wollen. Dieses kluge Buch ist Teil dieses Gesprächs. 

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23/11/2019 // Gerhard Polt & Die Well-Bruder aus’m Biermoos -
Im Abgang nachtragend. 40 Jahre Polt/Well

Ein unterhaltsamer „Bairischer Abend“ der besonderen Art. Der Menschenkenner Polt besiegelt die
Abgrunde des „Bayern an sich“ und die drei Sprosse der Großfamilie Well nehmen in bewährter
Biermösl-Tradition das politische Geschehen Bayerns und den Rest der Welt aufs Korn. Unter
Zuhilfenahme unzähliger Instrumente decken sie Heimatverbrechen aller Art auf und blasen denen
„da oben“ gehörig den Marsch, ohne dabei die „da unten“ zu verschonen. Zusammen machen die
vier jeden ihrer Auftritte zu einem Mordsgaudium fur das Publikum und fur sich selbst.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Vorderhaus – Kultur in der FABRIK und Theater Freiburg

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28/11/2019 // Russischer Salon

Hündische Herzen, stählerne Kehlen, verschwundene Augen… Michail Bulgakow – Arzt und Schriftsteller.

Mit Prof. Dr. Elisabeth Cheauré (Zwetajewa-Zentrum für russische Kultur an der Universität Freiburg e.V.)

Was passiert, wenn man einem Hund die Hirnanhangdrüse eines verstorbenen Säufers transplantiert? Und was passiert, wenn sich diese Chimäre dann zu einer Bedrohung für seine Umwelt entwickelt? Was passiert also, wenn die Naturwissenschaft meint, jede Grenze überschreiten zu dürfen?

Es sind erstaunlich aktuelle Themen, die sich bei dem jungen Michael Bulgakov finden, spannende Texte, die den geschulten Naturwissenschaftler erkennen lassen: Bulgakow war Arzt.

Der Roman „Der Meister und Margarita“, dem eine Ausstellung in der Freiburger Universitätsbibliothek gewidmet ist, darf als Teil der Weltliteratur gelten. Der Erfolg dieses Werks verdeckt aber heute etwas die anderen Texte des Schriftstellers, die nicht nur die Machbarkeitsphantasien des modernen, fortschrittsgläubigen Menschen thematisieren, sondern auch ganz reale Erfahrungen eines jungen Arztes, der vor allem eines fühlt: Überforderung.

Mit einem neuen „Russischen Salon“ wird die erfolgreiche Kooperation zwischen dem Stadttheater Freiburg und dem Zwetajewa-Zentrum für russische Kultur an der Universität Freiburg e.V. fortgesetzt.

Die Ausstellung: Schicksal eines Romans: Michail Bulgakows „Der Meister und Margarita“ in der Universitätsbibliothek ist vom 14.11.2019 bis zum 7.01.2020 täglich von 8-22 Uhr geöffnet. Die Vernissage mit einem Eröffnungsvortrag findet am 13.11.2019 um 18 Uhr im Veranstaltungssaal der Universitätsbibliothek statt.

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09/05/2020 // HAZEL BRUGGER - TROPICAL

Hazel Brugger ist wieder da, und das ist auch gut so. In ihrem zweiten Programm spricht sie über die großen Themen dieser Welt. Welches sind die besten Drogen? Was hilft bei Schlafstörungen, und warum sind Rechtspopulisten die besseren Liebhaber? Gewohnt trocken und unaufdringlich baut Hazel in „Tropical“ ihr Universum auf und öffnet dem Publikum die Tür in ihr Gehirn. Denn dort, wo es wehtut, fängt das echte Lachen doch erst richtig an.

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