• Aneckxander //  © Bart Grietens

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  • Aneckxander //  © Tom van Mele

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Aneckxander

Alexander Vantournhout / Bauke Lievens (BE) // Unberechenbare Körper III // Fokus Belgien // 19.30 Uhr Einführung // Künstlergespräch im Anschlus an die Vorstellung // 16. und 17.03.2018 // Kammerbühne

Jemand hat einmal zu Alexander Vantournhout gesagt, er habe einen sehr langen Hals – und es stimmt, sein Hals ist wirklich lang. Er ist tatsächlich ein Mann mit einem ungewöhnlichen Körper. In seiner Solo-Performance ANECKXANDER aber merkt man, dass eigentlich alle Körper ziemlich außergewöhnlich sind, wenn man sie genauer betrachtet. Es war also dieses etwas belanglos klingende Ereignis, das den belgischen Tänzer und Choreografen Alexander Vantournhout auf die Frage aufmerksam machte, wie der Blick des Anderen unsere Identität auf äußerliche, körperliche Merkmale reduziert: Disproportionen und Verletzlichkeiten. In seinem Solo versucht der Tänzer diesen Zuschreibungen von Außen zu entkommen, indem er immerzu neue körperliche Formen annimmt. In akrobatischen Bewegungen biegt sich sein nackter Körper in bizarren und provokanten Positionen, die seine Nacktheit unerwartet rasch zum Kostüm werden lassen.

So verwandelt sich der Körper des Tänzers Alexander Vantournhout in die tragische Figur des Aneckxander. Wie in jeder Tragödie begründet sich seine Existenz im Versuch, ein unerreichbares Ziel zu erlangen – in Aneckxanders Fall ist es die Perfektion des Körpers, die spätestens in dem Moment notwendig zum Scheitern verurteilt ist, wo er sich dem Blick des Anderen aussetzt, den Augen seines Publikums. Die Plateauschuhe und Boxhandschuhe sind dazu da, die disproportionale Kürze seiner Beine und die Verletzlichkeit seiner Handgelenke auszutarieren, oder besser noch, zu vertuschen. Aber wie so oft, wenn man versucht etwas zu verstecken, betonen diese „Prothesen“ Verletzbarkeiten eher, als dass sie diese ausgleichen würden. Zur melancholischen Klaviermusik von Arvo Pärt bewandert Aneckxander einen feinen Grat zwischen Erschrecken und Empathie. Tragikomisch schreibt der Charakter Aneckxander die Autobiographie des Alexander um – zu einem Selbstportrait, das sich den neugierigen Blicken der Zuschauer_innen zugleich zur Schau stellt und ihnen zu entfliehen versucht.

Jemand hat einmal zu Alexander Vantournhout gesagt, er habe einen sehr langen Hals – und es stimmt, sein Hals ist wirklich lang. Er ist tatsächlich ein Mann mit einem ungewöhnlichen Körper. In seiner Solo-Performance ANECKXANDER aber merkt man, dass eigentlich alle Körper ziemlich außergewöhnlich sind, wenn man sie genauer betrachtet. Es war also dieses etwas belanglos klingende Ereignis, das den belgischen Tänzer und Choreografen Alexander Vantournhout auf die Frage aufmerksam machte, wie der Blick des Anderen unsere Identität auf äußerliche, körperliche Merkmale reduziert: Disproportionen und Verletzlichkeiten. In seinem Solo versucht der Tänzer diesen Zuschreibungen von Außen zu entkommen, indem er immerzu neue körperliche Formen annimmt. In akrobatischen Bewegungen biegt sich sein nackter Körper in bizarren und provokanten Positionen, die seine Nacktheit unerwartet rasch zum Kostüm werden lassen.

So verwandelt sich der Körper des Tänzers Alexander Vantournhout in die tragische Figur

Mitwirkende

Von Alexander Vantournhout, Bauke Lievens Kostüme Nefeli Myrtidi, Anne Vereecke Dramaturgie Bauke Lievens Dramaturgische Beratung Dries Douibi, Gerald Kurdian Outside eyes Geert Belpaeme, Anneleen Keppens, Lore Missine, Lili M. Rampe, Methinee Wongtrakoon

English

Some time ago, someone told Alexander Vantournhout he had a long neck – and indeed, he does. He is a man with a rather strange body. Yet in his solo performance ANECKXANDER we might recognise all bodies to be exceptional, if we take a closer look. It was this somewhat insignificant moment that triggered the Belgian choreographer Alexander Vantournhout to examine how the gaze of the Other reduces our identity to physical, external features: disproportions and vulnerabilities. In his solo he tries to escape from this reduction by always taking different physical shapes. With acrobatic movements, he bends his naked body into bizarre and provoking positions, which quickly transforms his nakedness into a costume.

This way Alexander Vantournhout’s dancing body transforms into the tragic character of Aneckxander. Like in all tragedies he derives his existence from the attempt to reach an unattainable goal. In Aneckxander’s case the goal is physical perfection, which is doomed to failure as soon as he exposes himself to the gaze of the Other, his audience. He uses platform shoes and boxing gloves in order to correct or camouflage his short legs and to protect his wrists. However, as it often comes with disguise, these ‘prostheses’ rather emphasize the vulnerability of his body instead of compensating it. Accompanied by the melancholic piano music of Arvo Pärt, Aneckxander wanders a thin line between horror and empathy. This way the character Aneckxander rewrites Alexander’s autobiography into a tragic yet subtly comical self-portrait, constantly exposing himself while at the same time trying to escape the gaze of his audience.

Eine Produktion von Alexander Vantournhout / Bauke Lievens und NOT STANDING asbl in Koproduktion mit Circus Next, Les Subsistances Lyon, Festival PERPLX Kortrijk-Marke, Festival novog cirkusa Zagreb. Mit freundlicher Unterstützung von CircusNext, European scheme koordiniert von Jeunes Talents Cirque Europe und unterstützt von der Europäischen Kommission. Mit freundlicher Unterstützung der Flämischen Regierung, der Westflämischen Regierung, des Circus Next. Ermöglicht durch Residenzen bei Kunstencentrum Vooruit Gent, Circuscentrum Gent, CC De Warande Turnhout, Festival PERPLX Kortrijk-Marke, Centro Cultural Vila Flor Guimarães, Les Migrateurs Strasbourg, Subtopia Norsborg, CC De Spil Roeselare, La Brèche Cherbourg, Les Subsistances Lyon, STUK Leuven. Entstanden im Rahmen des Researchprojektes “Between being and imagining: towards a methodology for artistic research in contemporary circus”, finanziert durch KASK School of Arts Gent.