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Uraufführung // LORRY 39 von Ying Wang // Libretto von Andreas Karl // A CEREBRAL’S RHAPSODY von Huihui Cheng // Libretto von Pat To Yan

Dieser Uraufführungs-Doppelabend wirft drängende Fragen nach dem Zusammenspiel von Masse und Individuum in einer globalisierten und digitalisierten Welt auf: Die Komponistin Ying Wang sucht in ihrem Stück LORRY 39 nach der verlorenen Stimme der Geflüchteten, die 2019 in Essex entdeckt wurden. In einem LKW fand man die zusammengepferchten Leichen von 39 Vietnamesen. Das qualvolle und entsetzliche Ende einer Reise, von der die Menschen hofften, sie würde sie in ein besseres Leben führen. In A CEREBRAL’S RHAPSODY skizziert Huihui Cheng ein Zukunftsszenario, in welchem künstliche Intelligenz zunehmend an Einfluss gewinnt. Wer verführt hier wen?

Musiktheater

Mitwirkende

Musikalische Leitung Detlef Heusinger // Regie Thomas Fiedler // Ausstattung Christian Wiehle // Licht Dorothee Hoff // Live-Elektronische Realisierung SWR Experimentalstudio Maurice Oeser, Thomas Hummel // Video Stefan Bischoff, Kevin Graber // Dramaturgie Tatjana Beyer, Annika Hertwig // Mit Inga Schäfer (Mezzo (Lorry 39/A Cerebral's Rhapsody)), Hyunhan Hwang (Tenor (A Cerebrals's Rhapsody)), Lorenz Kauffer (Bariton (A Cerebral's Rhapsody)), Philharmonisches Orchester Freiburg //

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„Was die beiden Werke miteinander verbindet, ist neben dem gleichen künstlerischen Team und einem ähnlichen Setting auch die Relevanz der Themen und die Eindringlichkeit der Präsentation. Großer Applaus für die jeweils rund 45-minütigen Produktionen, die ein Ensemble des Philharmonischen Orchesters Freiburg unter der Leitung von Detlef Heusinger mit dem SWR Experimentalstudio (Klangregie: Maurice Oeser und Thomas Hummel) und Gesangssolisten zusammenbrachten.“ „Chengs Musik klingt wie pulverisiert. Kaum eine instrumentale Linie ist zu hören, mehr Geräusch und Geste als Klang. Faszinierend wird es, wenn Inga Schäfer als Künstliche Intelligenz ihre zu Beginn noch roboterhaft klingende Stimme nach und nach mit Emotionen anreichert. Liebe, Leidenschaft, Begierde – all das wird auf der Checkliste abgehakt. Das SWR Experimentalstudio packt hier seinen Zauberkasten aus und bearbeitet mit Live-Elektronik die Gesangsstimme nach allen Regeln der digitalen Kunst, setzt Hall hinzu, spaltet Frequenzen ab und streut glitzernde Partikel über die Gesangslinie.“ (Georg Rudiger, Badische Zeitung) Zur vollständigen Rezension geht es hier

"Die einen sind aus ihrer Heimat Vietnam geflohen, weil sie sich in Großbritannien ein besseres Leben erhofften und dafür den Schleppern rund 15.000 Euro pro Person bezahlten – am Ende sind alle 39 Menschen tot. Erstickt in dem Container, in dem sie ins ersehnte Land geschmuggelt wurden. Die anderen werden nach und nach durch Künstliche Intelligenz beobachtet und gesteuert. Die versprochene goldene Zukunft wird zur Unfreiheit." (Georg Rudiger, nmz - Neue Musikzeitung) Zur vollständigen Rezension geht es hier

Zwei Musiktheater-Uraufführungen in Kooperation mit dem SWR Experimentalstudio mit freundlicher Unterstützung des Landes Baden-Württemberg