Großes Haus

Revisor

Zum letzten Mal // Kidd Pivot / Crystal Pite / Jonathon Young (Kanada, Vancouver) // Deutschlandpremiere // Fokus Kanada*

Sie gilt als die derzeit gefragteste Choreografin der internationalen Tanzszene. Schon vor ihrer Wahl zur Choreografin des Jahres 2018 arbeitete die Kanadierin Crystal Pite mit so vielen Spitzenkompanien wie es vor ihr keine andere getan hat: Royal Ballet London, Ballet national de l‘Opéra de Paris, National Ballet of Canada – sie alle kamen in den Genuss einer Pite-Inszenierung. Diese sind nicht nur für ihren Einfallsreichtum und künstlerischen Wagemut bekannt, sondern auch dafür mit einer besonderen Sensibilität die Würde des Menschen zu feiern. In ihrer neusten Arbeit mit ihrer eigenen Kompanie Kidd Pivot übersetzt Crystal Pite gemeinsam mit dem ebenso aus Kanada stammenden Autor und Schauspieler Jonathon Young Nikolai Gogols „Revisor“ in ihre charakteristische Tanzsprache und vollzieht darin erneut die Verzahnung von Text und Bewegung. Getreu der literarischen Vorlage von 1836 geht es in dieser satirischen Komödie über Korruption, Verschleierung und das Spiel mit der eigenen Identität herrlich turbulent zu. Zugleich ist das im Jahr 2019 kreierte Stück relevanter denn je: es zeichnet das Bild eines machtbesessenen Führers, der sich der Täuschung bedient, um sein Streben nach Herrschaft zu befriedigen.

Der im Vorfeld von Schauspieler_innen eingesprochene Text treibt die Bewegungen der hochbegabten Tänzer_innen wie eine unterlegte Sprachpartitur vorwärts. Ihre Körperlichkeit kontrastiert die leeren Worthülsen. Lippensynchron verformen sie mit ihren Körpern das gesprochene Sprachgewirr und gestikulieren heftig. Das Sprach- und Gestenmaterial verdichtet sich mit dem Fortschreiten des Stücks zunehmend, die Handlung nimmt überraschende Wendungen und die Bewegungen der Tänzer_innen werden dringlicher. Die Choreographie entwickelt sich von einer minutiös ausgearbeiteten, übertriebenen Pantomime zu etwas weitaus Komplexerem. Gleichzeitig greift Pite auf die physische Sprache der Farce zurück und macht reichlich kreativen Gebrauch von deren notwendigen Requisiten wie schwebenden Türen, massiven Tischen und vielem mehr. Tanz und Theater verschmelzen in diesem provokanten und fulminanten Hybrid zu einem großen Ganzen und bringen die scharfsinnige Gesellschaftskritik der Tanz-Ikone Crystal Pites zum Ausdruck.

Sa, 07.05.22 um 18:30 Uhr Begleitender Vortrag REVIDIERTE ANALYSEN von Bernhard Siebert (Institut für Angewandte Theaterwissenschaften, Uni Gießen)

So, 08.05.22 um 17:30 Uhr EINFÜHRUNG und ARTIST TALK im Anschluss an die Vorstellung
Ort: Jeweils im Winterer-Foyer

Sie gilt als die derzeit gefragteste Choreografin der internationalen Tanzszene. Schon vor ihrer Wahl zur Choreografin des Jahres 2018 arbeitete die Kanadierin Crystal Pite mit so vielen Spitzenkompanien wie es vor ihr keine andere getan hat: Royal Ballet London, Ballet national de l‘Opéra de Paris, National Ballet of Canada – sie alle kamen in den Genuss einer Pite-Inszenierung. Diese sind nicht nur für ihren Einfallsreichtum und künstlerischen Wagemut bekannt, sondern auch dafür mit einer besonderen Sensibilität die Würde des Menschen zu feiern. In ihrer neusten Arbeit mit ihrer eigenen Kompanie Kidd Pivot übersetzt Crystal Pite gemeinsam mit dem ebenso aus Kanada stammenden Autor und Schauspieler Jonathon Young Nikolai Gogols „Revisor“ in ihre charakteristische Tanzsprache und vollzieht darin erneut die Verzahnung von Text und Bewegung. Getreu der literarischen Vorlage von 1836 geht es in dieser satirischen Komödie über Korruption, Verschleierung und das Spiel mit der eigenen Identität ...

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