Muss ich mich verhärten, um die Wirklichkeit auszuhalten? Mein inneres Kind austreiben, das Blut verdicken und jedes Mitgefühl verweigern, um nicht selbst zu zerbrechen? In William Shakespeares
Macbeth ist die Weltordnung durcheinander – „Fair is foul and foul is fair“. Es ist die Geschichte eines Paares, das die eigene Menschlichkeit abstreift, um an die Macht zu gelangen. Empathie ist Schwäche und Zögern ist tödlich – bis die entfesselte Gewalt sich gegen ihre Schöpfer wendet und sie in den Untergang reißt.
Was bedeutet es,
Macbeth heute zu erzählen, in einer Gegenwart voller Krieg, Machtgier und Abstumpfung? Hat Shakespeare recht mit seiner düsteren Diagnose? Erscheint uns die Welt wie „ein Märchen, erzählt von einem Idioten, voll Schall und Wut, ganz ohne Sinn“? Und wenn das Grauen zur täglichen Kulisse geworden ist, welche Rolle nehmen wir dann ein? Sind wir Shakespeares Hexen – tatenlos zusehend, wie die Welt eine Prophezeiung nach der anderen erfüllt?
Tristan Linder ...
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Muss ich mich verhärten, um die Wirklichkeit auszuhalten? Mein inneres Kind austreiben, das Blut verdicken und jedes Mitgefühl verweigern, um nicht selbst zu zerbrechen? In William Shakespeares
Macbeth ist die Weltordnung durcheinander – „Fair is foul and foul is fair“. Es ist die Geschichte eines Paares, das die eigene Menschlichkeit abstreift, um an die Macht zu gelangen. Empathie ist Schwäche und Zögern ist tödlich – bis die entfesselte Gewalt sich gegen ihre Schöpfer wendet und sie in den Untergang reißt.
Was bedeutet es,
Macbeth heute zu erzählen, in einer Gegenwart voller Krieg, Machtgier und Abstumpfung? Hat Shakespeare recht mit seiner düsteren Diagnose? Erscheint uns die Welt wie „ein Märchen, erzählt von einem Idioten, voll Schall und Wut, ganz ohne Sinn“? Und wenn das Grauen zur täglichen Kulisse geworden ist, welche Rolle nehmen wir dann ein? Sind wir Shakespeares Hexen – tatenlos zusehend, wie die Welt eine Prophezeiung nach der anderen erfüllt?
Tristan Linder erzählt
Macbeth in kleiner Besetzung und lässt Spiel und Ernst, Komik und Grausamkeit aufeinandertreffen, um Macht, Gewalt und Empathielosigkeit zu befragen. Wie weit wollen wir uns noch verhärten, bevor sich der Wald endlich in Bewegung setzt?
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