• Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe // Barbara Schnitzler // 2019 // Fabian Schellhorn

    Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe //

    Barbara Schnitzler //

  • Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe // Barbara Schnitzler // 2019 // Fabian Schellhorn

    Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe //

    Barbara Schnitzler //

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Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe

Gastspiel // Monolog von Peter Hacks mit Barbara Schnitzler // Kleines Haus

Mit dem Titel verweist Peter Hacks auf die besondere Grundsituation des Stücks: Das Gespräch setzt unmittelbar nach Goethes verheimlichter Flucht nach Italien 1786 ein; es ist ein Monolog, Monodrama genannt, den der Autor raffiniert- verspielt mit einer doppelten Dialogstrategie verbindet:
CHARLOTTE von Stein wendet sich zum einen an ihren Mann, eine „stumme“ Figur auf der Bühne, zum anderen direkt und unmissverständlich an das Publikum im Theater. Charlotte, die Hofdame, versucht nach beiden Seiten ihre zehn Jahre dauernde, jetzt plötzlich abgebrochene intensive Beziehung zu Goethe zu rechtfertigen. Für die „Beklagte“ wird das Schauspiel zum Verteidigungsstück, ja durch die Briefe und Akten zum Gerichtsdrama. Für das Publikum bleiben die Argumentations- und Beweisversuche Charlottes über die fünf Teile des Stücks (nach der Manier des klassischen Dramas) spannend bis zum Finale. Hacks gelingt damit ein dramaturgischer Glücksgriff für ein Einpersonenstück, in dem eine herkömmliche Handlung gar nicht stattfinden kann. Stattdessen erleben wir im Theater eine literaturgeschichtlich und gattungsgeschichtlich hochinteressante Entwicklungsgeschichte von Goethes Genialität und Einzigartigkeit als Dreh- und Angelpunkt aller zugleich tragisch und komisch gemeinten Gedankenspiele.

Die Uraufführung des Stückes 1976 in Dresden und eine weitere Aufführung 1976 in Berlin wurden zu umjubelten Erfolgen, die sich im Westen fortsetzten. Friedrich Luft schrieb: „Eine Bombenrolle für eine resolute Schauspielerin“(DIE WELT, 18.10.1976), Etwa 170 Inszenierungen an deutschsprachigen Bühnen folgten, in 21 Ländern wurden weitere Aufführungen gezeigt.

BARBARA SCHNITZLER, in Berlin geboren, erhielt ihre Ausbildung an der heutigen Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. Seit 1977 gehört sie zum Ensemble des Deutschen Theaters Berlin.
An diesem Haus übernahm sie Rollen u.a. in Die Ratten und Einsame Menschen von Gerhart Hauptmann, Das Käthchen von Heilbronn von Heinrich von Kleist, die Antikencollage Ödipus. Stadt mit Teilen der Stücke von Aischylos/ Sophokles/ Euripides, die Titelrolle in Die bitteren Tränen der Petra von Kant von Rainer Fassbinder, zuletzt Rollen in Goethes Iphigenie und Schillers Don Karlos.Sie arbeitete unter anderem mit den Regisseuren Michael Thalheimer, Tilman Köhler, Stephan Kimmig, Wolfgang Engel, Robert Wilson, Friedo Solter, Thomas Langhoff, Johanna Schall, Jette Steckel und Brit Bartkowiak. Ein reiches Repertoire eigener Lesungen hat sich Barbara Schnitzler erarbeitet: Von Friedrich Schiller über Ingeborg Bachmann, Virginia Woolf, Arthur Schnitzler bis Rainer Maria Rilke. Darüber hinaus arbeitet sie kontinuierlich für Film(aktuell im Film Und der Zukunft zugewandt) /Funk/ Fernsehen und als Synchronsprecherin. Frau Schnitzler ist Tochter der Schauspielerin Inge Keller und hat zwei Töchter, die ebenfalls Schauspielerinnen sind.

Im Anschluss an die Aufführung findet ein Publikumsgespräch mit Barbara Schnitzler statt.
Moderation: Prof. Dr . Rudolf Denk, Pädagogische Hochschule Freiburg.

Das Studium generale der Universität Freiburg in Kooperation mit dem Theater Freiburg, der Goethe-Gesellschaft Freiburg und dem Deutschen Seminar der Universität Freiburg.

Mit dem Titel verweist Peter Hacks auf die besondere Grundsituation des Stücks: Das Gespräch setzt unmittelbar nach Goethes verheimlichter Flucht nach Italien 1786 ein; es ist ein Monolog, Monodrama genannt, den der Autor raffiniert- verspielt mit einer doppelten Dialogstrategie verbindet:
CHARLOTTE von Stein wendet sich zum einen an ihren Mann, eine „stumme“ Figur auf der Bühne, zum anderen direkt und unmissverständlich an das Publikum im Theater. Charlotte, die Hofdame, versucht nach beiden Seiten ihre zehn Jahre dauernde, jetzt plötzlich abgebrochene intensive Beziehung zu Goethe zu rechtfertigen. Für die „Beklagte“ wird das Schauspiel zum Verteidigungsstück, ja durch die Briefe und Akten zum Gerichtsdrama. Für das Publikum bleiben die Argumentations- und Beweisversuche Charlottes über die fünf Teile des Stücks (nach der Manier des klassischen Dramas) spannend bis zum Finale. Hacks gelingt damit ein dramaturgischer Glücksgriff für ein Einpersonenstück, in dem eine herkömmliche Handlung