Deutschland 1945. Der junge Leopold Kessler kommt aus den USA nach Europa und tritt eine Stelle beim Bahnunternehmen Zentropa an. Ein ganzes Land tut so, als wären die letzten zwölf Jahre nicht passiert. Egal, wohin Leopold aus dem Zug schaut: Alle versuchen, den Blick auf die Wahrheiten von Krieg, Zerstörung und Shoah zu verstellen. Jalousie herunter, bitte schauen Sie weg! Auch Leopolds Liebe zu Kat, der Tochter des Zentropa- Besitzers, ist überschattet von ihrer Verbindung zum nationalsozialistischen Terror. Inmitten eines im großen Stil inszenierten Versöhnungstheaters verirrt sich Leopold immer mehr im Herzen der Finsternis.
Lars von Trier hat mit Europa eines der treffendsten Porträts über den fragwürdigen Umgang mit der NS-Vergangenheit Deutschlands geschaffen. Gebannt folgen wir seiner Hauptfigur Leopold immer tiefer ins dunkelste Kapitel europäischer Geschichte. Der niederländische Regisseur Mart van Berckel nimmt uns an diesem Abend mit orchestralem Repertoire von spätromantischen Komponisten bis hin zu Werken der Nachkriegsavantgarde auf einen Trip in die Psyche des Zivilisationsbruchs.
Eine musikdramatische Selbstbetrachtung mit Europa von Lars von Trier und Niels Vørsel und Musik von Richard Wagner, Gustav Mahler, Richard Strauss, György Ligeti u. v. m. Im Anschluss Premierenfeier im Winterer-Foyer. Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Deutsch von Ulrike Syha
Musikalische Leitung: Artem Lonhinov, Regie: Mart Van Berckel, Bühne u. Lichtdesign: Vera Selhorst, Kostüme: Elke von Sivers, Sounddesigner: Mauro Casarini, Licht: Yannick Hauser, Ton: Kai Littkopf, Dramaturgie: Franz-Erdmann Meyer-Herder, Regieassistenz und Abendspielleitung: Sebastian Krauß, Bühnenbildassistenz: Francis Butler, Kostümassistenz: Merve Kaplan, Musiktheater Auf Deutsch mit Übertiteln
Ab 26. April 2026, Großes Haus