Residenzen // Netzwerke

RESIDENZEN

Durch Residenzen bietet das Theater Freiburg ausgewählten Choreograf_innen die Möglichkeit, für einen bestimmten Zeitraum an ihren neuen Kreationen zu arbeiten. Mit den vom Theater zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten und umfassenden Ressourcen wird den Künstler_innen ein Umfeld geboten, in dem sie ihre Rechercheprozesse vertiefen können. Ergänzend können sie stets die professionelle dramaturgische Hilfe des Tanzteams und technische Beratung der verschiedenen Gewerke des Theaters einholen.

During a residency program Theater Freiburg offers selected choreographers the possibility to work on their new creations. The theatre provides space and comprehensive recourses to enable the artists to deepen their research processes. Furthermore the artists are welcome to consult the dance team as well as all technical departments of Theater Freiburg for professional dramaturgic and technical advice.

Resident_innen in 2022/2023

Hier informieren wir fortlaufend über den Aufenthalt aktueller Residenz-Künstler_innen in der Spielzeit 2022/2023. Wir freuen uns, dass die Freiburger Choreografin Emi Miyoshi in diesem Jahr als Stipendiatin durch das Netzwerk Grand Luxe gefördert wird. 

Here we provide ongoing information about the dance residencies in the season 2022/2023. We are pleased that the Freiburg choreographer Emi Miyoshi will be supported this year as a scholarship holder by the Grand Luxe network. 

Resident_innen in 2021/2022

Vier internationale Resident_innen verbrachten in der Spielzeit 2021/2022 einen ein- bis zweiwöchigen Rechercheaufenthalt in der Tanzsparte des Theater Freiburg. Hier stellen sich die Künstler_innen und ihre jeweiligen Projekte kurz vor. 

In the 2021/2022 season, four international residents spent one to two weeks working residencies at Theater Freiburg. The artists and their respective projects are briefly introduced here. 

AKIKO HASEGAWA
Residenz im Rahmen des Netzwerks Grand LUXE

Foto: Camille Rochon

Who are you? 
I am Akiko Hasegawa, a dancer and choreographer of contemporary dance based in Strasbourg, in France.

What are the main focuses and questions in your work?
Dance is above all for me the place of sharing: human, cultural, but also with space, time, it is a movement that circulates. It is communicant, rich in encounters, sensations and emotions. Everyone can dance, of joy and sadness, big and small, in Japan and elsewhere, in music or silence, in a calm or dynamic way.

What project will you be working on during your residency? 
On my solo «Haré Dance». A solo on the state of joy, the party.

What do you expect from your residency? What are you looking forward to?
To get into the whole piece that I’ve never had a chance to before. To film to make a video recording of the solo. And to meet with you : Theater Freiburg and your audience!

 What inspires you?
Little things: buds swelling in the cold air, pretty mugs on the flea market stall, a stork flying past my window, seeing the beginning of an enthusiastic smile, listening to life stories of seniors….

MARLENE MONTEIRO FREITAS

Foto: Peter Hönnemann

Marlene Monteiro Freitas (*1979, Kap Verde) studierte Tanz an der Schule für zeitgenössischen Tanz P.A.R.T.S. in Brüssel sowie an der Escola Superior de Dança und an der Fundação Calouste Gulbenkian in Lissabon. In ihrem Heimatland Kap Verde ist sie Mitbegründerin der Tanzgruppe Compass und arbeitet mit dem Musiker Vasco Martins zusammen. In ihrer Rolle als Choreografin kreierte sie zahlreiche Stücke und Performances, unter anderem auch Bacchae - Prelude to a Purge, welches sie zuletzt im März 2019 am Theater Freiburg präsentierte. Ihre Werke zeichnen sich vor allem durch ihre Offenheit und Intensität aus. Im Jahr 2017 erhielt sie von der Portugiesischen Autorengesellschaft (SPA) für ihr Stück Jaguar den Preis für die beste Choreografie. 2018 wurde ihr durch die Biennale di Venezia den Silbernen Löwen für Tanz an verliehen. Im Jahr 2020 erhielt ihr Stück Bacchae - Prelude to a Purge den Preis für die beste internationale Performance von Les Prémis de la Critica d'Arts Escèniques de Barcelona. Die Werke von Marlene Monteiro Freitas werden regelmäßig in den renommiertesten europäischen Kulturstätten präsentiert. 

Im Rahmen ihrer Residenz am Theater Freiburg arbeitet Marlene Monteiro Freitas gemeinsam mit ihrem Team an ihrem neusten Stück idiota. Sie setzt sich darin mit dem Mythos der Pandora auseinander, der oftmals als Antwort auftaucht auf die uralte Frage: Warum passieren schlimme Dinge? Warum werden Menschen krank und sterben? Am Anfang der Kreation, einer Auftragsarbeit des CNAD in Mindelo (Kap Verde) steht ein Dialog zwischen dem Werk der kapverdischen Choreografin und dem des Malers Alex Silva (1974-2019). 

SIMON FELTZ
Residenz im Rahmen des Netzwerks Grand LUXE

Foto: Greg Ponthus

Who are you?
My name is Simon Feltz. I am Dancer and Choreographer.
I started dancing professionally in 2010 for Alonzo King Lines Ballet. From january 2011 to 2016, I danced for the Lyon Opera Ballet where I performed in many works by choreographers such as W.Forsythe, J.Kylian, C.Rizzo, O.Naharin, M.Cunningham, T.Brown, R.Ouramdane, M.Marin, B.Milliepied etc. In 2016, I started working on my own creations. Since then, I created Phase with Karline Marion, In
Between, and Abyme. My last creation, Echo, was premiered in Marseille in february 2022.As a
dancer, I keep performing in Maud le Pladec’s 27 Perspectives and I also reset her piece in different
places such as the Conservatoire National Supérieur de Paris and the Juinior Ballet of Geneva.

What are the main focuses and questions in your work?
Since Echo, I focus my work on the synchronization phenomenons between voice and gesture in
within our daily interactions. I tend to explore them and to translate them into writing tools in order to extract the sentient essence out of it.

What project will you be working on during your residency? What is ist about?
We will use this residency as a Laboratory for my next creation, GRAINS. In this work, we will focus on
the loving exchange and how the language tend to disappear whereas the physical interactions
increase. 

What do you expect from your residency? What are you looking forward to?
During this residency, I would like to try things out in order to establish the writing methods we will
use in this creation. A big part of the work will be based on the voices and we have to figure out how
to build the vocl scores that can be “embedded” within the choreography.

What inspires you?
Too many things to mention ! :) I would say litteratury and sociological studies…

Links to Website/Instagram/Facebook/etc.
Instagram: https://www.instagram.com/compagniesimonfeltz/
Facebook: Simon feltz
Website: https://www.simonfeltz.com 

EMI MIYOSHI
#TakeCareResidenz im Rahmen von NEUSTART KULTUR

 Foto: Marc Doradzillo

Who are you? / Short bio

Ab 2005 arbeitete Emi Miyoshi in der Tanzkompanie pretty ugly tanz köln unter der Leitung von Amanda Miller. 2008 bekam sie von der Kunststiftung NRW ein Stipendium und nahm als Choreografin am SiWiC Schweizerischer internationaler Weiterbildungskurs in Choreografie) teil. Seit 2014 produziert sie in Freiburg unter dem Namen SHIBUI Kollektiv an der Schnittstelle von Tanz und Installation. Ihre Arbeit war bereits beim Tanzfestival in Köln, in Munchen, Heidelberg, Stuttgart, der Schweiz, Taiwan und Japan zu sehen. 2016 erhielt sie eine 3-jährige Konzeptionsförderung des Kulturamts der Stadt Freiburg. 2017 und 2019 gewann sie den Tanz- und Theaterpreis der Stadt Stuttgart und des Landes Baden-Wurttemberg. 2020 erhielt sie eine 3-jährige Konzeptionsförderung des Landesverbands Freie Tanz- und Theaterschaffende Ba-Wu e.V.  Aktuell erhielt das SHIBUI Kollektiv eine Förderung TANZPAKT RECONNECT von Diehl+Ritter. In ihren medienubergreifenden Produktionen mit installativem Charakter arbeitet das SHIBUI Kollektiv in Zusammenarbeit mit visuellen Kunstler_innen und Klangkunstler_innen.

What are the main focuses and questions in your work? / Short description

Zentraler Aspekt meiner Arbeit liegt im Blick auf verschiedene interdisziplinäre Projekte, die das Thema der oft unsichtbaren interpersonellen Verbundenheit zwischen Menschen im Sinne einer kollektiven Erfahrung in den Vordergrund stellen. Der Fokus meiner Residenz soll auf der Entstehung des traditionellen japanischen Tanzes und seiner modernen Weiterentwicklung und Neuinterpretation liegen. Speziell das Bewegungsmaterial des japanischen Volkstanzes Bon Odori soll untersucht werden. Die charakteristischen Hand- und Fußbewegungen werden aus ihrem kulturellen Kontext herausgelöst, mit einem kritischen Blick auf geschlechtsspezifische Hierarchien untersucht und in einen neuen kulturellen und tänzerischen Kontext gebracht.

What project will you be working on during your residency?

Ich werde für die nächste Tanzproduktion RESTEP arbeiten, die im März 2023 in Freiburg uraufgeführt werden soll.

What do you expect from your residency? What are you looking forward to?

Zum ersten Mal werde ich mit einer traditionellen japanischen Taiko-Trommlerin zusammenarbeiten. Ich bin gespannt, wie wir zusammenarbeiten können, um einen neuen Ansatz für die traditionelle Kultur zu schaffen, mit vielen Schichten von Musik, Tanzschritten, aber auch Hierarchien zwischen den Geschlechtern.

What inspires you?

Was mich inspiriert, ist, was uns in unserer Gesellschaft verbindet und wie der Tanz und die Musik als Medium funktionieren können, um miteinander zu kommunizieren. Vor langer Zeit war der Volkstanz ein sehr wichtiges Ereignis, um die Menschen zu treffen und den Zusammenhalt in der Gemeinschaft zu spüren, zumindest in Japan. Mich interessiert, wie sich die primitiven Stammesbewegungen und die traditionelle Musik verändert haben, aber auch, wie sie an die nächste Generation weitergegeben werden. Und auch der Unterschied zwischen westlicher und östlicher Kultur.

Links to Website/Instagram/Facebook/etc.

www.shibuicollective.com
www.emimiyoshi.de
https://www.facebook.com/Shibuikollektiv
https://www.instagram.com/shibuikollektiv/
https://vimeo.com/user33637167

CATHERINE CONTOUR & MATTHIEU BOUVIER
Residenz im Rahmen des Screendance Residency Network

 
Foto: Philippe Bissières

Fotografien und bewegte Bilder sind seit jeher wichtig für den kreativen Prozess der französischen Choreografin Catherine Contour: Polaroids, analoge und digitale Fotos, Super-8-, 16-mm- und Videofilme für fotografische und filmische Selbstporträts, choreografischee Tagebücher, Filme für Installationen, die mit choreografischen Kreationen verbunden sind - mit all diesen Bildformen arbeitet sie konstant. Seit 2012 kontinuierlich gemeinsam mit dem Viseuellen Künstler und Videokünstler Mathieu Bouvier. Nach mehreren gemeinsam realisierten Filmen, in denen es darum ging, den eigenen Schreibprozess mit dem Werkzeug der Hypnose in verschiedenen Phasen der Entwicklung und Kreation zu dokumentieren, möchten die beiden einen Screendance-Film realisieren. 

 

NETZWERKE

 RÉSEAU GRAND LUXE 

Seit 2018 ist die Tanzsparte des Theater Freiburg Teil des Netzwerks (franz. réseau) Grand LUXE, das sich als Austauschquelle für Choreograf_innen definiert, die innovative Projekte entwickeln. Acht unterschiedliche Häuser haben sich zusammengeschlossen, um ihr handwerkliches Können und ihr Team ausgewählten Künstler_innen während ihrer Schaffensphasen zur Verfügung zu stellen. Unterstützt werden sie unter anderem mit Arbeitsräumen, Ansprechpersonen, dramaturgischer Beratung und Begleitung, administrativer Hilfe und der Dokumentation der jeweiligen Projekte. Durch die Entwicklung alternativer Modelle des Zusammenarbeitens jenseits der etablierten Mechanismen von Produktion, Vermittlung und Präsentation ist das Netzwerk Grand LUXE einzigartig in seinem Genre.

Since 2018 the Dance Department of Theater Freiburg is part of the Grand LUXE network, a platform for exchange for young emerging choreographers and their innovative projects. In order to support regional artists, eight institutions join together to merge their skills and teams. These diverse institutions offer working spaces, contact persons, dramaturgical advice, and provide help in documenting respective projects. Developing new ideas of co-working outside the standard mechanism of production, mediation and presentation, Grand LUXE is unique in its genre.

Réseau Grand LUXE Plattform bei POLE-SUD in Straßburg vom 10.-11.10.2022

Bei diesem Plattformtreffen, das 2018 zum ersten Mal in Luxemburg und seitdem jährlich in verschiedenen  Formen und Formaten stattfand, werden sich die Künstler_innen des Netzwerk Grand LUXE in Straßburg austauschen und den Organisator_innen ihre jeweiligen Projekte und Fragestellungen präsentieren.

At this platform meeting, which took place for the first time in Luxembourg in 2018 and has since been held online in various forms and formats, the artists of the Grand LUXE network in Geneva will exchange ideas and present their respective projects and issues to the organisers.

Réseau Grand LUXE: 

Grand Studio à Bruxelles // CCN – Ballet de Lorraine à Nancy // Ballet de l’Opéra national du Rhin – Centre chorégraphique national de Mulhouse // POLE-SUD – Centre de développement chorégraphique national de Strasbourg // TROIS C-L-Centre de Création Chorégraphique Luxembourgeois // L’Abri Genf // Onassis Stegi (Athen) // Theater Freiburg Tanz

TOUR DE DANCE

Seit der vergangenen Spielzeit ist die Tanzsparte des Theater Freiburg Teil von Tour de Dance, einem Netzwerk, welches die Aufführung zeitgenössischer, außereuropäischer Tanzgastspiele in Belgien, Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland ermöglichen will. Durch die Zusammenarbeit verschiedener Produktionshäuser können die teils hohen Reise- und Transportkosten gestemmt werden, die eine Einladung mancher Kompanien und Künstler_innen oftmals unmöglich machen.

Since last season, the Dance Department of Theater Freiburg has been part of Tour de Dance, a network which aims to make it possible to stage contemporary, non-European dance guest performances in Belgium, Luxembourg, France, the Netherlands and Germany. Through the cooperation of different production companies, the sometimes high travel and transport costs can be overcome, which often make it impossible to invite some companies and artists.

Tour de Dance: 

Le Théâtre de Liège // Les Théâtres de la Ville de Luxemburg // La Comète – Scène Nationale de Châlons-en-Champagne // Charleroi/Danses – Centre Chorégraphique de la Fédération Wallonie-Bruxelles // Holland Dance Festival à La Haye // Le Concertgebouw/cultuurcentrum de Brugge // La Scène Nationale 61 d’Alençon // Les deux Scènes de Besançon // tanzhaus nrw // Theater Freiburg Tanz 

SCREENDANCE RESIDENCY NETWORK

Seit der Spielzeit 2019/2020 ist der Tanz des Theater Freiburg Teil des Screendance residency Network, in dem sich etliche französische Produktionshäuser zusammengeschlossen haben, um aufstrebende Screendance-Künstler_innen zu unterstützen. In dieser aktuellen Spielzeit wurde Zoë Schreckenberg für die Residency ausgwählt.

Since the season 2019/2020, Theater Freiburg‘s Dance Department has been part of the Screendance residency Network, in which several French production companies have joined forces to support aspiring screendance artists. In this season Zoë Schreckenberg was selected for the residency.

Screendance residency Network: 

La Briqueterie – CDCN in Val-de-Marne // Festival International de Vidéo Danse de Bourgogne // POLE-SUD – Centre de développement chorégraphique national de Strasbourg // Les Hivernales – CDCN in Avignon // Le Phare – CCN in Le Havre, Normandy // La Place De La Danse – CDCN Toulouse Occitanie // Le Gymnase – CDCN in Roubaix, Hauts-de-France // Cinéma Utopia – La Manutention in Avignon // Theater Freiburg Tanz