Großes Haus

Rusalka

Antonín Dvořák // mit deutschen und französischen Übertiteln

Nachdem das Elementarwesen Rusalka seine Stimme gegen eine menschliche Seele eingetauscht hat, um dem Geliebten wesensnah zu sein, werden sich die Wassernixe und der Prinz fremder und fremder – und je weiter sie sich voneinander entfernen, desto existenzieller wird der Drang zu einer grundlegenden Trauerarbeit. Wie kann man den Verlust alles Lebenswerten und -inhalts aufarbeiten? Was muss losgelassen und was für immer festgehalten werden? Auch Seelen können sprechen, doch Rusalkas kann der Prinz nicht verstehen. Und so ist Rusalka stummer als stumm – bis auf die Arien, die aus der Tiefe einer anderen Welt in ihrem Innern tönen. Am Ende erhebt sich Rusalka irrlichternd über den See. Doch gerade das Irrlicht ist für den Prinzen zum Fixstern geworden – in einem lyrischen Märchen über tödliche Nähe und einen Abstand, der ebenso tötet.
Kateryna Sokolova, die mit ihrer filmischen Lesart von Leoš Janáčeks Oper DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN einen überaus fantasievollen Einstand in Freiburg gegeben hat, setzt mit den spätromantischen Klangwelten Antonín Dvořáks ihre Erkundung des tschechischen Opernrepertoires fort.

Mitwirkende

Musikalische Leitung Thomas Schmieger, Ektoras Tartanis // Regie Kateryna Sokolova // Bühne Nikolaus Webern // Kostüme Constanza Meza-Lopehandia // Licht Dorothee Hoff // Chordirektor Norbert Kleinschmidt // Dramaturgie Heiko Voss // Mit Dorothea Herbert, Ani Yorentz (Rusalka), Jenish Ysmanov (Prinz), Caroline Melzer, Inga Schäfer (Fremde Fürstin), Jin Seok Lee (Wassermann), Anja Jung (Jezibaba), Junbum Lee (Heger), Katarina Morfa, Vera Semieniuk, Inga Schäfer (Küchenjunge), Janina Staub (1. Elfe), Lila Chrisp (2. Elfe), Alina Kirchgäßner (3. Elfe), Hyunhan Hwang, Mingyu Ahn (Jäger), Philharmonisches Orchester Freiburg, Opernchor des Theater Freiburg //

„Dvorák hat Wagners Leitmotivtechnik und seine eigene in den 1890er Jahren entwickelte Konzeption einer Naturlautmusik in „Rusalka“ ideal miteinander verwoben. Das Philharmonische Orchester ist deren brillanter Botschafter. Ektoras Tartanis lässt die lyrische Tonsprache in ihren Schattierungen aufblühen, die dynamischen Abstufungen sind maximal differenziert. (…) Dazu passt das hohe vokale Niveau. (…) Beifallsstürme.“ (Alexander Dick, Badische Zeitung) Hier geht es zur vollständigen Rezension (BZ-Plus).

„Antonin Dvoraks ‚Rusalka‘ ist ohnehin ein Meisterwerk. Am Theater Freiburg kann man es aber auch als ein solches erleben. Das ist mit großer Unbedingtheit als Opernereignis erster Güte zu empfehlen.“ (Bernd Künzig, SWR2) Hier geht es zur vollständigen Rezension.

„Ani Yorentz‘ (Sopran) Rusalka vermag es, ihren Schmerz, geboren aus ihrem Wollen, unbegrenzt darzustellen; die Aufeinandertreffen mit Tenor Jenish Ysmanovs Prinzen, das daraus entstehende emotionale Zermalmen der Figuren ist von beiden erschreckend schön dargestellt. (…) Der Einsatz der Drehbühne, die passgenaue Choreografie, das Ineinandergreifen von Licht (Dorothee Hoff) und Effekten allein geben dieser ‚Rusalka‘ eine Ästhetik, die betört (…) Ektoras Tartanis leitet das Philharmonische Orchester Freiburg exzellent, jede musikalische Regung wird gebührend getragen und die poetisch-schöne Wehmütigkeit der Partitur kommt auch unter dem Einsatz des Opernchors des Theater Freiburg (Chordirektor: Norbert Kleinschmidt) mit dem unverkennbaren Reiz der Folklore, bittersüß und vollkommen zum Ausdruck.“ (Elisa Engler, Das Opernglas)